Was ist Daktyloskopie?

Wörtlich übersetzt bedeutet Daktyloskopie "Fingerschau" (griech.: daktylos = Finger und skopein = schauen). Zu den Aufgaben der Experten für Fingerabdrücke gehören die Personenerkennung und die Auswertung der Tatortspuren. Fingerabdrücke konnten sich als Beweismittel in der Kriminalistik durchsetzen, weil sie die Kriterien der Einmaligkeit und Unveränderlichkeit erfüllen. Tatsächlich spricht vieles dafür, dass sich der Fingerprint schon in sehr absehbarer Zeit zum allgemein gebräuchlichen Identifikationsmerkmal entwickeln wird. Ausweise haben den Zweck, ihren Inhaber möglichst eindeutig zu identifizieren. In der Regel erfolgt dies derzeit durch ein Lichtbild. Eine überaus unpräzise und fehleranfällige Methode. Das Foto in einem 15 Jahre alten Führerschein kann möglicherweise zur Erheiterung dienen, zur eindeutigen Identifikation seines Inhabers ist es oft genug ungeeignet. Ein Fingerabdruck erfüllt exakt diesen Zweck auch Jahre nach der Ausstellung eines Dokuments präzise und fehlerfrei. Und überdies ist sichergestellt, dass verlorene oder gestohlene Ausweise nicht von Unbefugten benutzt werden können.


Aus der Presse:

Hunderte Besucher der Linzer Ars Electronica, des europa-, wenn nicht gar weltweit avanciertesten Festivals an der Schnittstelle zwischen Kunst und Elektronik, hatten im Jahr 2001 übrigens keinerlei kulturell bedingten Probleme, ihre Fingerprints registrieren zu lassen, um dann mittels Daumenabdruck Zutritt zu den Ausstellungen, Diskussionen und Workshops zu erhalten. Der jeweilige Eintrittspreis wurde völlig bargeldlos über die Handyrechnung beglichen. Zahlreiche Unternehmen arbeiten bereits an praktischen Umsetzungen solcher Technologien. Der Fingerprint als Ersatz für den Autoschlüssel ist bereits serienreif, das Bezahlen bei Kaffee- oder Cola-Automaten mittels Daumenabdruck und Abbuchung des Kaufpreises über die Handyrechnung wird nicht mehr lange auf sich warten lassen und die lästige Suche nach dem passenden Kleingeld ersparen. Diese und ähnliche Anwendungen werden sich ohne jegliche staatlichen Zwangsmaßnahmen durchsetzen, weil sie praktisch, sicher und effizient sind. Die Frage der kulturellen Akzeptanz des Fingerabdrucks als Instrument der Identifikation wird sich somit schon in naher Zukunft überhaupt nicht mehr stellen.


Fingerabdruckverfahren

(In China und anderen orientalischen Ländern benutzte man Fingerabdrücke seit uralten Zeiten zum Beglaubigen von Reisepässen, Schuldscheinen und sonstigen Urkunden. Im 7. Jahrhundert vor Christus wurde diese Form der Beurkundung bereits gesetzlich vorgeschrieben (Yung-Hwui-Kodex)).
Das hundertprozentig sichere System zur Personenfeststellung.
Betrachtet man seine Fingerkuppen, so erkennt man ein ziemlich gleichförmiges Figurensystem von feinen Linien, den Tastwarzenlinien, die gewissermaßen Ornamente bilden. Vor Jahrhunderten bereits wussten die Chinesen, dass die Finger eines Kindes zwar wachsen, dass aber die Musterbildung der Hautleistenlinien von der Geburt bis ins Grab unverändert bleibt und sich nur in der Wachstums-Ausdehnung vergrößert. Ferner hatten die Chinesen erkannt, dass es keine zwei Menschen gibt, welche die gleichen Hautleistenmuster besitzen, was heute wissenschaftlich untermauert ist.

Der Engländer Sie W. Herschel traf in Indien auf die Fingerabdrucktechnik zur Urkunden-Beglaubigung und erkannte darin die Möglichkeit, Verbrecher zuverlässiger als durch die Bertillonage identifizieren zu können. Er sammelte umfangreiches Material. Doch erst der Schriftsteller Francis Galton (1822 bis 1902) begriff, dass man eine Systematik entwickeln müsse, um diese Fingerabdrücke zu katalogisieren (und kurzfristig in der Registratur wieder zu finden). Er erfand auch die Bezeichnung Daktyloskopie (aus dem Griechischen: Daktylos = Finger). 1911 übernahm das Königreich Sachsen als erster deutscher Staat, veranlasst durch den damaligen Dresdener Polizeipräsidenten, Dr. Robert Heindl, das Fingerabdrucksystem zum Zwecke der Registrierung von Verbrechern.

Seitdem hat sich dieses System nur geringfügig verändert. Angewendet wird es noch immer nach der damals eingeführten Technik: Wird ein Verbrechen begangen, so sucht die Polizei am Tatort nach Fingerabdruckspuren. Wird ein Fingerabdruck entdeckt, so muss dieser Abdruck gesichert werden. In den meisten Fällen wird es sich „nur“ um einen Schweißabdruck handeln. Dieser muss dann hervorgerufen, also sichtbar gemacht werden. Das geschieht auf glattem, hartem Untergrund meist mit einem Silberbronzepulver und ähnlichen feingemahlenen Stoffen. Über den so klar erkennbaren Abdruck legt man dann eine Klebefolie, drückt sie an, hebt den somit fixierten Abdruck vom Untergrund ab – also im Grunde genommen den eingepuderten Schweißabdruck – und klebt dieses Hautleistenbildchen auf einen Pappgrund. Anschließend werden die Unterlagen dem Erkennungsdienst zugeleitet. Dort sitzt ein Spezialist, der aus den krausen Linien eine Formel errechnet und im Archiv nachschaut, ob unter dieser Formel in der Einzelfingerabdrucksammlung eine Karteikarte zu entdecken ist. Ist der Verbrecher vorbestraft, so wird er auf diese Weise identifiziert.

Auf Fensterglas, ungestrichenem, glattem Holz, auf Zelluloid, Kacheln, Fliesen und Porzellan, Silber, Spiegeln, glattem Leder, der Außenseite von Packpapier, auf Möbeln, auf Autokennzeichen, auf Emaillegegenständen, Schusswaffen, Zellophan, Flaschen, poliertem Metall, Glühlampen oder Geldschränken werden die meisten Fingerabdrücke gesichert und nach dem Einstäubverfahren hervorgerufen. Fingerabdrücke auf Papier sind fast immer unsichtbar. Da hilft der Pulverstaub nichts. Papier wird mit Joddämpfen behandelt. Sie lassen (Haut-schweiß-)Fingerabdrücke gelbbraun erscheinen. Man kann sie unmittelbar nach der Hervorrufung fotografieren. Kurze Zeit später verblassen und verschwinden sie wieder. Diesen Prozess kann man beliebig oft wiederholen. Die Polizei weiß, wo sie auf Briefbogen nach Abdrücken zu suchen hat. Die Handhaltung ist beim Schreiben fast immer gleich. Das gilt auch für das Einspannen eines Briefbogens in der Schreibmaschine.

Wie erzeugt man saubere Fingerabdrücke? Man nimmt ein Blatt kräftiges, weißes Papier und legt es mit der Längsseite unmittelbar an die Tischkante. Der „Kommissar“ setzt sich so vor den Tisch, dass der Bogen rechts neben ihm liegt. Das „Opfer“ stellt sich hinter den Stuhl des „Herrn Kommissars“. Dieser ergreift die linke Hand des „Opfers“ und rollt die Fingerkuppe des Kleinfingers zuerst über ein ziemlich trockenes Stempelkissen (Farbe gleichgültig) und dann den Finger über das Papier. Mit den restlichen neun Fingern macht der „Kommissar“ dasselbe. Nun stehen nebeneinander zehn fast quadratische Rechtecke auf dem Personalbogen.
Die Personenfeststellung durch Fingerabdrücke hat die gesamte Verbrechensaufklärung revolutioniert.
Die Identifizierung durch den Fingerabdruck ist tatsächlich perfekt und damit ist dieses Verfahren unfehlbar. Die Berufsverbrecher sind darüber alles andere als erfreut. Sie unternehmen die verrücktesten Versuche, ihre Fingerabdrücke „loszuwerden“. Da reiben sie die armen, scheußlich schmerzenden Fingerkuppen stundelang auf Sandpapier oder Beton, bestreichen die Haut mit Ätzmitteln, lassen sich die Finger mit Messern zerschneiden. Sobald die Entzündung abgeklungen ist, sobald die Wunden abgeheilt sind, kommen unverändert die alten Hautleistenbilder wieder zum Vorschein. Und diese Fingerabdrücke beweisen eindeutig die Identität einer Person.


Fälschung

Die auf Täuschung anderer berechnete, meist unberechtigte Nachahmung oder Veränderung wertvoller Gegenstände, wie Geld, Antiquitäten, Kunstwerke, aber auch Markenartikel.
Im Gegensatz zu den anderen Verbrechen setzt die Fälschung die Beteiligung eines Fachmanns voraus. Außer der Geldfälschung, die eigene Wege ging und auch heute noch floriert, war es die Fälschung von Antiquitäten, mit denen sich Spezialisten bereits im 15. Jahrhundert unerlaubt bereicherten. Nachweisbar ist Fälschung wertvoller Kunstwerke aus den Tempeln des Altertums in der Antike. Ausgrabungen beweisen das.
Zu einer richtigen Industrie entwickelte sich vom 15. Jahrhundert an die Antiken-Fälschung: Münzen, Gemmen, Bronzen und Terrakotten sowie Nachahmungen von alten Statuen wurden längere Zeit in feuchtes Erdreich vergraben. In Italien lebt auch heute noch etwas von der hohen Tradition des Fälschertums. Man fälscht alles, was „altgeworden“ Wert besitzt: Möbel, Gemälde, Handschriften und Kunstgegenstände. Dabei wird keineswegs nur kopiert und künstlich gealtert, sondern viele Fälscher sind große Meister und malen Neues im Stil der Alten.
In Europa gab es einen besonders interessanten Gemäldefälscher-Skandal, als die Königlich Niederländische Geheime Feldpolizei am 29.05.1945 den holländischen Kunstmaler Han van Meegeren verhaftete. Man warf van Meegeren vor, er habe im Jahr 1942 dem deutschen Reichsmarschall Hermann Göring ein Gemälde des Jan van der Meer (Vermeer) (1632 bis 1675 in Delft) für die ungeheure Summe von 1.650.000 Gulden verkauft. Mit dieser Tat habe er sich der Kollaboration mit dem NS-Regime schuldig gemacht. Van Meegeren wurde ins Untersuchungsgefängnis gebracht und malte darin unter Polizeiaufsicht ein weiteres „antikes“ Gemälde mit solcher Einfühlungskraft, dass sämtliche Kunstexperten beschämt gestehen mussten, sie hätten zu Unrecht behauptet, etliche Gemälde von Frans Hals, von Vermeer oder von de Hooch seien Originale. Der Meisterfälscher van Meegeren war in Wahrheit der „wiederauferstandene“ große Meister aus Hollands bedeutendster Kunstepoche...

Eine besondere Spezialität ist die Fälschung von Ausweisen. Jeder Landstreicher kannte im Kaiserreich den Trick, mit einer rohen Kartoffel einen frischen Stempelabdruck vom Original auf ein zweites Papierblatt zu übertragen. Und die Unterschrift eines Dorfbürgermeisters war leicht nachgekritzelt. Heute sind Ausweispapiere etwas besser, wenngleich sämtliche Pässe und Personalausweise immer noch nicht fälschungssicher sind. Solange ein Ausweispapier nicht die Fingerabdrücke seines Besitzers auf Sicherheitspapier enthält, besteht die Möglichkeit der Fälschung, denn auch eingeschweißte Fotografien lassen sich austauschen. Nur der Fingerabdruck, dessen Farbe tief in das Sicherheitspapier eindringt, schützt wirklich.
Die Fälschung von Pässen und Ausweisen ist Sache der Reprographen und Drucker. Dazu kommt als Helfer der Buchbinder. Mit einer einigermaßen guten Einrichtung können diese drei Spezialisten jedes Ausweispapier nachmachen.

Kunst kann man mit naturwissenschaftlichen Methoden durchaus miteinander ergänzen,
indem man durch Wissenschaft bei Expertisen einiges erklären kann.
Nicht die Kunst, sondern das System „ Fingerprint on Art „  das bei Kunst zum Schutz gegen Fälschungen, Provenienz sowie Echtheitsnachweise durch Überprüfung einer Daktyloskopie am Kunstwerk dies hundertprozentig beweisen kann.

Ein gutes Bespiel ist was 2010 durch die internationale Kunstpresse ging.
Ein Schweizer Kunstsammler kaufte das Kunstwerk mit dem Titel „ La Bella Principessa „ für 12.000 Dollar. Bisher ging selbst der Besitzer davon aus, dass das Portrait einer jungen Frau im Profil von einem deutschen Maler aus dem 19. Jahrhundert stammt. Und bei neuerlichen Untersuchungen des Bildes auf einen Fingerabdruck gestoßen sind, der dem Leonardo da Vinci sehr ähnlich sein soll. Man sagt, seine Fingerprints sind auf vielen seiner Werke. Technik, Stil und Material deuten ebenfalls darauf hin, dass es sich bei diesem Bild um einen Leonardo handeln könnte.
Dieser Fingerprint stimmt mit jenem auf einem Gemälde des heiligen Hieronymus im Vatikan überein, sagten die Experten... und dadurch wäre dieser Wert des Kunstwerks jetzt mit 100 Millionen Dollar zu beziffern. Doch andere Experten bezweifeln diese Echtheit, dass dieser Fingerprint wirklich von Leonardo da Vinci stammt.
Eine Untersuchung der Daktyloskopie hat ergeben, dass es sich bei diesen zwei Fingerprints um die EINE und SELBE Person handelt, aber nicht eindeutig nachweisbar ist, dass diese Abdrücke der Fingerprints wirklich von Leonardo da Vinci stammen können. Vielmehr ist leider nicht nachweisbar und 500 Jahre später hat man auch mit den besten kriminalistischen Methoden keine Möglichkeit eine Echtheit in diesem Sinne festgestellt.

Ganz einfach, weil der Fingerabdruck von Leonardo da Vinci nirgendwo beglaubigt bzw. registriert ist - und wurde, und somit keinen absoluten Vergleichs Fingerabdruck zur Verfügung hatte, ist bei Überprüfung einer Daktyloskopie für eine Expertise auch keine absolute Echtheit dadurch Feststellbar. In diesem Fall, könnte dieser Fingerprint von jedem sein der mit dem Kunstwerk in Berührung kam.
Somit ist dieses Kunstwerk leider auch keine 100 Millionen Dollar wert, und behielt weiterhin den aktuellen Wert von 12.000 Dollar!

Der größte Kunstraub in unserer Kulturgeschichte, ist der Raub der Mona Lisa, dass der Italiener Vincenzo Peruggia am 20. Aug. 1911 aus dem Louvre Museum gestohlen hatte. Das erst zwei Jahre später nach 6 facher Kopierung wieder im Kunsthandel auftauchte. Daher die große Frage! Ist die Mona Lisa von Louvre auch wirklich das Original?
Eines ist aber gewiss, dass Vincenzo Peruggia mit naturwissenschaftlicher Methode als Täter überführt wurde, indem er seinen Fingerabdruck hinterließ, womit die Polizei den Täter schlussendlich mit der naturwissenschaftlichen Methode der ( Daktyloskopie ) überführen konnte. Was den Sinn dieser Sache erst erklärbar macht.